Aktivitäten
In folgenden Ländern und Regionen sind wir aktiv.
Partnerschaften/Programme
Unsere Anstrengungen erwachsen aus vertrauensvollen Beziehungen. Für uns besteht eine Partnerschaft aus einer gemeinsamen Unternehmung zwischen zwei Gleichwertigen und beinhaltet gegenseitiges Geben und Nehmen. Strategische Partnerschaften haben einen Anfang, aber kein vorgefasstes Ende.
Projekte
Der grösste Teil der Hilfsarbeit wird als Projekt gemacht. Anders als bei Partnerschaften haben Projekte einen festgesetzten Anfang und ein bestimmtes Ende, sowie limitierte Mittel an Zeit, Kraft und Geld. Wir führen Projekte durch entsprechend den üblichen Richtlinien betreffend Reporting, Planung, Buchhaltung, Rechnungsprüfung und Kontrolle. Projekte sind vorübergehende Anstrengungen, unternommen durch mehr als eine Organisation und in interdisziplinärer Zusammenarbeit. Sie benötigen Strukturen zur Lenkung, zum Fällen von Entscheidungen und zur Lösung von Problemen. Für jedes Projekt streben wir nach greifbaren und messbaren Zielen. Die Formulierung der Entwicklungsziele ist abgestützt auf die Bedürfnisse, welche durch die begünstigte Zielgruppe identifiziert wurden.
Weitere Aktivitäten
Hierunter fällt alles, was nicht den anderen Sektionen zugeordnet werden kann: einmalige kleinere Zuwendungen, Feldbesuche ohne sichtbares Ergebnis und die Administration in der Schweiz, welche zum Fortbestand von SwissRelief nötig ist.
Algerien - Leben wird wiederhergestellt
Die folgende Schilderung ist in Algerien leider kein Einzelfall und steht stellvertretend für viele. Ein junges Paar mit einem kleinen Kind distanziert sich immer mehr von den Traditionen und Überzeugungen der Grossfamilie. Ein Disput über Lebensfragen bringt das Fass schliesslich zum Überlaufen und die Situation eskaliert: Die junge Familie wird von der Familie verstossen, ihre Eltern wollen sie nicht mehr sehen, sie müssen aus ihrer Wohnung raus und der Mann verliert seine Arbeitsstelle. Ihnen bleibt keine andere Wahl, als die Heimatstadt zu verlassen und in eine andere Stadt zu ziehen. Sie wählen einen Ort, in welchem der Einfluss ihrer Grossfamilie klein ist. Hier fangen sie von Null an und müssen sich ein neues Leben aufbauen.
Zuerst brauchen sie eine Mietwohnung. Ihr Kind ist noch nicht im Schulalter, was den Umzug erleichtert. Danach benötigen sie ein Einkommen. Wir erfahren von ihrer Situation und erarbeiten zusammen mit ihnen und dem lokalen Partner einen Plan. Sie bringen Vorerfahrung mit aus der Landwirtschaft. Die neue Stadt lebt von Landwirtschaft und Handel. Wegen geopolitischer Spannungen werden nicht viele frische Bio-Produkte importiert und sind darum zunehmend gefragt.
Darum werden sie geschult in der Herstellung verschiedener Käse-Sorten mit Bio-Milch. Mit einer Anschubfinanzierung können sie ein kleines Ladenlokal mieten und ihre Produkte dort verkaufen. Schon bald bieten sie nebst Käse auch weitere Bio-Produkte aus der Region an. Dank dem kleinen Laden kommen sie schnell in Kontakt mit der Nachbarschaft und finden sozialen Anschluss. Nach etwa einem Jahr sagen sie uns: «Jetzt sind wir angekommen und fühlen uns wieder wie zu Hause. Danke, habt ihr uns geholfen!»
Arabische Halbinsel - Bildungsprogramme gegen Armut
Auf der Arabischen Halbinsel sind wir in einem der ärmsten Länder der Welt tätig, das laut UNO durch Bomben- und Bürgerkrieg zu einer der schwersten Krisen weltweit wurde. Eine verheerende Hungersnot betrifft mehr als 80% der Bevölkerung, vorwiegend Kinder und Frauen. Etliche Millionen Binnenvertriebene haben alles verloren. Familien ringen ums Überleben, Einkommensquellen sind selten, die Versorgung ist desolat und internationale Hilfsleistungen werden häufig von kriegführenden Parteien blockiert. Die mangelhafte Trinkwasserversorgung verursacht zahlreiche vermeidbare Erkrankungen, darunter Cholera.
In Kooperation mit lokalen Partnern und Behörden bieten wir essenzielle Trinkwasser- und Nahrungsmittelhilfe, medizinische Notversorgung, Unterkünfte für Vertriebene sowie Bildungs- und Ausbildungsförderung für Kinder, Jugendliche und Frauen an. Besonders Frauenförderung trägt zur Existenzsicherung ihrer Familien bei. Viele der unterstützten Kinder und Jugendlichen stammen aus ausgegrenzten Minderheiten wie den Nachkommen afrikanischer Sklaven. Diese werden gesellschaftlich diskriminiert, erhalten jedoch durch Bildung Chancen auf angesehenere Berufe. Zudem schützt der Schulbesuch Kinder davor, von Milizen als Kindersoldaten rekrutiert zu werden.
Ein zusätzlicher Fokus von SwissRelief liegt auf Friedens- und Versöhnungsarbeit sowie Vertrauensbildung zwischen Konfliktparteien, um Hoffnung zu schaffen. Dies umfasst auch Führungskompetenztrainings, um der nächsten Generation Führungsmodelle zu vermitteln, die auf gewaltfreie Konfliktlösung statt Aggression setzen. Ein weiteres Engagement der SwissRelief sind Traumabewältigungskurse.
Indonesien - Schulbildung für Flüchtlinge
Nach Konflikten auf den Molukken-Inseln im Osten Indonesiens zwischen 1999 und 2003 gab es Tausende Flüchtlinge. Viele der betroffenen Minoritätsgruppe haben sich inzwischen auf der Insel Seram niedergelassen. Leider besteht dort ein akuter Mangel an Schuleinrichtungen für ihre Kinder. Dank der namhaften Unterstützung durch eine Schweizer Stiftung und einen Unternehmer konnten wir im Distrikt Kayratu eine Sekundarschule für 150 Flüchtlingskinder erstellen. Abklärungen und Bau wurden durch unseren langjährigen lokalen Partner übernommen. Im Jahr 2010 fand in Anwesenheit der örtlichen Regierungsvertreter die offizielle Schlüsselübergabe statt.
Die grosszügige Unterstützung einer Schweizer Stiftung ermöglichte es uns ebenfalls, auf den Molukken-Inseln im Dorf «Desa KM9» eine Primarschule für 150 Flüchtlingskinder zu erstellen. Unsere langjährigen Partner vor Ort waren für den Bau und die nötigen Abklärungen zuständig. Ende 2011 fand in Anwesenheit örtlicher Regierungsvertreter die offizielle Eröffnung der neuen Anlage statt, obschon diese bereits einige Monate vorher in Betrieb gewesen war.
Viele der Vertriebenen landeten in weit abgelegenen Dörfern und versuchten, dort eine neue Existenz aufzubauen. Die bestehenden Schulen waren mit den Neuankömmlingen heillos überfordert. Viele Kinder hatten keine Ausbildungsmöglichkeiten. Dank der grosszügigen Unterstützung einer Schweizer Stiftung waren wir in der Lage, im Dorf Sayoang eine Sekundarschule für über 200 Flüchtlingskinder zu erstellen. Die Anlage umfasst nebst dem Schulgebäude einen Toilettenblock und ein Sportfeld. Ende 2012 wurde die Schule offiziell eröffnet. Am freudigen Anlass wurde die Wertschätzung für die Hilfe aus der Schweiz betont. Nun sieht die Zukunft für die Jugend dieses Dorfes um einiges vielversprechender aus.
Dank der grosszügigen Unterstützung einer Schweizer Stiftung waren wir in der Lage, auf der Insel Seram, die besonders von der Zuwanderung betroffen ist, mehrere zusätzliche Schulgebäude zu errichten. Während des Jahres 2015 errichteten wir in vier verschiedenen Ortschaften fünf Schulgebäude mit entsprechender Einrichtung für gesamthaft 1000 Kinder. Die Gebäude wurden im Jahr 2015 unter Anwesenheit der örtlichen Behörden und eines SwissRelief-Vertreters offiziell eröffnet. Von den Anwesenden wurde wiederholt betont: «Nun haben unsere Kinder die Chance, ihre Zukunft positiv zu gestalten.»
Heute sind diese Schulen selbstständig und laufen ohne weitere Unterstützung durch SwissRelief.
Levante - Präsent trotz Krieg und Hunger
Krieg, Hunger und Vertreibung prägten auch das Jahr 2025 für viele Menschen in der Levante. Der Gaza-Krieg, die Kämpfe im Libanon und der Umsturz in Syrien brachten grosses Leid über die Menschen der Region. Viele blicken voller Angst einer ungewissen Zukunft entgegen. Dahingegen schauen viele dankbar zurück, denen durch SwissRelief geholfen wurde. So setzte SwissRelief die Verteilung von Lebensmittelpaketen für mehrere Tausend bedrohte Binnenflüchtlinge fort. Ebenso erhielten Schüler und Studenten aus verarmten Familien Bildungsunterstützung. Mit diesen und weiteren Projekten will SwissRelief in der leidgeplagten Levante Überlebenshilfe für heute leisten und Hoffnung für morgen stiften.
Marokko - Humanitäre Hilfe und Start-ups
Es ist kaum zu glauben, dass im Landesinneren weiterhin Menschen ohne Anschluss an Wasser, Elektrizität und Internet leben. Unsere Partnerin engagiert sich, denn sie kann ihre Augen nicht vor der Not verschliessen. Sie selber musste eine herausfordernde Jugendzeit durchleben und kennt Not und Elend aus eigener Erfahrung. Heute hilft sie Menschen, die in ähnlichen Situationen stehen wie sie damals. Wenn sie benachteiligten Frauen Lebensmittel bringt, dann ist sie immer von fröhlichen Gesichtern umringt. Noch mehr Freude haben die Frauen an den Nähkursen, welche sie anbietet. Denn durch diese lernen sie ein Handwerk, welches ihnen Einkommen generieren kann.
In Marokko kämpfen viele Menschen trotz wirtschaftlicher Fortschritte mit anhaltend hoher Arbeitslosigkeit. Als Salah seinen Job verlor, stand er vor dem Nichts – ohne Einkommen für sich und seine Familie. Durch unsere Unterstützung konnte er ein Secondhand-Auto erwerben, das er nun als Taxi nutzt. Er befördert Menschen zu ihren entlegenen Heimatdörfern und kann sich dadurch wieder selbst finanziell über Wasser halten.
Ähnlich erging es Abdel, der grosse Schwierigkeiten hatte, über die Runden zu kommen. Mit unserer Hilfe konnte er ein kleines Ladenlokal mieten, in dem er heute frisches Hühnchenfleisch und Eier verkauft. Sein Sohn betreut das Geschäft, während Abdel mit einem ebenfalls von uns gesponserten Dreirad-Lieferwagen Transportdienste für andere Läden anbietet. Diese Starthilfen ermöglichen beiden Familien ein selbstbestimmtes Leben mit eigenem Einkommen.
Mauretanien - Ehepaare stärken
In Mauretanien war auch das diesjährige Seminar für die Stärkung von Ehepaaren ein grosser Erfolg und wurde von den lokalen Medien positiv kommentiert. Mit der Stärkung von Ehepaaren soll der hohen Scheidungsrate entgegengewirkt werden, welche die erheblichen finanziellen Probleme vieler Familien noch verschärft. Es ist in Mauretanien gang und gäbe, den Ehebund leichtfertig aufzuheben. Viele sind mehrfach geschieden. Doch die grössten Opfer sind nicht die Geschiedenen, sondern ihre Kinder. Nicht selten enden sie als «Halb-Strassenkinder», besonders wenn sich beide Elternteile neu vermählen und von ihren Kindern aus der vorherigen Ehe nichts mehr wissen wollen. Wenn die Zukunft von Kindern in Mauretanien verbessert werden soll, ist es strategisch sinnvoll, die Scheidungen zu reduzieren. Damit haben Kinder eine intaktere Hoffnung auf die Zukunft – und auch viele Ehepaare leben zufriedener.
Nordafrika - An eine bessere Zukunft glauben
Obwohl es in diesem Land weiterhin mindestens zwei «Regierungen» und viele verfeindete Milizen gibt, werden immer mehr Stimmen laut, die eine nationale Armee fordern. Die meisten Menschen wurden nie gefragt, wünschen sich aber eigentlich nur ein normales Leben in Sicherheit. Die Lage ist weiterhin komplex, verworren und gefährlich.
Die meisten internationalen Hilfswerke haben sich ins grenznahe Ausland in Sicherheit gebracht und kehren nur zögerlich zurück. Vor Ort standhaft geblieben sind nur sehr wenige lokale Hilfswerke. Unser Partner mit seinem Team gehört zu diesen Ausnahmen – obwohl es auch für sie herausfordernd und gefährlich ist, weiterhin humanitär tätig zu sein.
Es versteht sich von selbst, wer wieder die Leidtragenden dieser Umstände sind. Die Krise hat viele zur Flucht innerhalb des eigenen Landes getrieben. Zum falschen Stamm zu gehören oder in der falschen Stadt zu leben genügt, um vertrieben zu werden.
Unser Partner versorgt mit seinem Hilfswerk Hunderte Binnenvertriebene (IDPs, «Internally Displaced Persons») mit Überlebenskits, die neben Lebensmitteln und Decken auch Hygieneartikel und Trinkwasser enthalten. Trotz allem führen sie auch die beliebten Aktivitäten für Kinder weiter. Kürzlich haben sie zudem eine Schule eröffnet, die sowohl die Kinder wie auch die Eltern schätzen. Für die Kinder wollen sie zudem Aktivitäten während der langen Sommerferien anbieten.
Pakistan - Nothilfe nach Überflutungen
Pakistan wird immer wieder von Überflutungen und anderen Naturkatastrophen heimgesucht. Der Partner der SwissRelief reagierte 2024 schnell auf starke Regenfälle und Überschwemmungen in der Provinz Sindh und organisierte umfangreiche Hilfsmassnahmen. In drei Tagen packte das lokale Team 600 Hygiene-Kits, 400 Zelte, 600 Lebensmittelboxen und 800 20-kg-Mehlsäcke. Am 21. Oktober traf das Team in Sindh ein. Nach der Einrichtung eines lokalen Lagers begann die Verteilung am 24. Oktober und wurde nach zwei Tagen abgeschlossen. Insgesamt wurden 600 Familien (etwa 3’625 Personen) unterstützt.
Das Team beobachtete erhebliche Schäden: zerstörte Häuser, tote Nutztiere durch Mückenstiche und Schlangenbisse sowie gesundheitliche Probleme aufgrund des stehenden Wassers, an dem sich Mücken und somit Malaria schnell ausbreiteten. Besonders schwangere Frauen litten darunter und erlebten Fehl- und Totgeburten. Die Menschen sahen hoffnungslos und entmutigt aus. Sie hatten wenig bis nichts zu essen, obwohl die Diwali-Festtage bevorstanden. Die Lebensmittel waren für sie eine riesige Hilfe. Daneben bot das Team auch seelische Unterstützung an. Frauen aus dem Team gingen speziell zu den Sindhi-Frauen und hörten zu, wie sie von ihren Erfahrungen und Herausforderungen erzählten.
Gulab und sein Bruder sind nur zwei der Begünstigten. Wegen der langen, starken Regenfälle stürzte ihr Haus ein. Dann starben auch noch ihre Ziegen aufgrund der Mückenplage und anderen Krankheiten, die sich aufgrund des stehenden Flutwassers ausbreiteten. Es gab keine Arbeit für die beiden Männer und sie dankten dem Team herzlich für das Nothilfepaket.
Saharauis - Perspektive schaffen trotz Langzeitkrise
Nach so vielen Jahren sind inzwischen ganze Generationen herangewachsen, die nichts anderes gekannt haben als ein Leben als Flüchtlinge. Ein vermeintlich leicht zu lösender Konflikt aus der Kolonialzeit wird von der Weltgemeinschaft ignoriert und vergessen. Das Volk der Saharauis verfügt jedoch über eine reiche Kultur mit wertvollen Traditionen.
Seit vielen Jahren engagieren wir uns, damit die Hoffnung nicht erlischt. Wir begleiten wöchentlich Tausende Kinder gemeinsam mit einem Team von Leiterinnen. Diese werden speziell geschult und in ihrer persönlichen Entwicklung gefördert. Besonders betroffenen Familien helfen wir beim Austausch ihrer Wassertanks, damit das Wasser nicht zu Gesundheitsproblemen führt. Wir unterstützen junge Frauen dabei, eigene Mikrogeschäfte aufzubauen. Und nach unerwarteten Katastrophen (z. B. starken Niederschlägen) helfen wir beim Wiederaufbau eingestürzter Hütten.
Wichtiger Hinweis
Hinsichtlich der politischen Situation der Saharauis bemühen wir uns um eine neutrale Haltung. Als humanitäres Hilfswerk ist SwissRelief nicht politisch motiviert, sondern ist bestrebt, humanitäre Hilfe zu leisten und die gesellschaftliche Entwicklung zu fördern. Dies tun wir gemäss dem «Code of Conduct» des IKRK, den Sie im Wortlaut hier einsehen können. Wir wünschen dem Volk der Saharauis – wie jedem anderen Volk auch – ein Leben in Würde und Selbstbestimmung als grundlegendes Menschenrecht.
Tunesien - Hilfe zur Selbsthilfe
Lange Zeit schaute man Tunesien als vorbildliche Ausnahme in Nordafrika an. Ein Land, in welchem der Sturz des Diktators zu einer vielversprechenden Form der Demokratie geführt habe. In letzter Zeit scheint Tunesien aber leider wieder Rückschritte zu machen. Besonders für Flüchtlinge und Minderheiten wird es immer schwieriger.
Die Starthilfen für Mikrogeschäfte sind in der aktuellen Wirtschaftslage ausserordentlich zielführend: Mit verhältnismässig kleinem Aufwand kann Betroffenen ein Ausweg aus der Arbeitslosigkeit und der Armut gegeben werden. Beispielsweise kann schon die Finanzierung einer Fahrprüfung jemandem helfen, selbstständig als Taxifahrer zu arbeiten.
Westbank - Versöhnung schaffen im Konflikt
Der anhaltende Konflikt im Nahen Osten hat unzählige Menschen traumatisiert, aus ihren Häusern vertrieben und Familien auseinandergerissen. SwissRelief konnte im Jahr 2024 auf verschiedenen Seiten dringend benötigte Hilfe leisten. Die Westbank ist seit Oktober 2023 durch Israel völlig von der Aussenwelt isoliert und die Arbeitslosigkeit ist immens gestiegen. Viele Familien kämpfen ums nackte Überleben. Hinzu kommt, dass unzählige Arbeitskräfte aus dem Gazastreifen seit über einem Jahr in der Westbank festsitzen, keine Arbeit haben und sich weder Nahrung noch Unterkunft leisten können. Mithilfe lokaler Partner vor Ort konnten mehrere Hundert arme Familien in der Westbank regelmässig mit Nothilfepaketen versorgt werden.
Auch im Gazastreifen, wo die Menschen am meisten unter dem Krieg leiden, leisteten unsere lokalen Mitarbeitenden unermüdlich Hilfe. Sie verteilten Nahrung, warme Decken und andere Hilfsgüter, boten Unterstützung in der Verarbeitung von Kriegstraumata an und organisierten Spiel- und Sportprogramme für Waisenkinder. Zudem konnten bedürftige Menschen an verschiedenen Stationen gefiltertes Trinkwasser bekommen, ihre elektronischen Geräte aufladen und Trauma-Beratungen in Anspruch nehmen.
Seit Jahren unterstützt SwissRelief eine Bildungseinrichtung in der Westbank mit Kindergarten, Primarschule und Freizeitzentrum. Dort lernen Kinder den Wert der Versöhnung kennen, anstatt sich des Kreislaufs des Hasses zwischen den verfeindeten Volksgruppen anzuschliessen. Dieser Ort wurde durch den Krieg noch bedeutender. Die Einrichtung stärkt das Selbstwertgefühl, die Kreativität und die Fähigkeit zur Konfliktlösung der Kinder.
Zentralamerika - Katastrophenhilfe
Die Nation befindet sich in einer extremen Notlage, die das Land zu einem sozioökonomischen Katastrophengebiet gemacht hat. Zu dieser Verschärfung haben massgeblich folgende Faktoren beigetragen: die mangelnde Liquidität, der erhebliche Rückgang des Tourismus, das Ausbleiben von Überweisungen durch im Ausland lebende Familienmitglieder, die Vernachlässigung von Wartung und Erneuerung von Infrastrukturen sowie die massive Abwanderung. Es wird immer schwieriger, das Leid und den Hunger zu bekämpfen. Die Situation ist kaum vorstellbar. Viele halten nur noch knapp durch und sehnen sich nach Veränderung.
Zusätzlich treffen im Herbst regelmässig starke Hurrikane vor allem den Westen des Landes und verursachen schwere Überschwemmungen. Zurück bleiben unzählige Häuser mit schweren strukturellen Schäden. In den letzten Jahren haben zudem epidemieartige Ausbrüche von Viren aus dem Amazonasgebiet, die durch Mückenstiche übertragen werden, grosse Teile der Bevölkerung krank gemacht. Wir helfen bei der Prävention und mit medizinischer Versorgung. SwissRelief springt in die Bresche, um jenen zu helfen, die sonst keine Unterstützung erhalten.
Zentralasien - Dankbar für medizinische Hilfe
Trotz kleiner Anzeichen wirtschaftlichen Wachstums spüren viele einfache Menschen nichts davon. Jüngsten Schätzungen zufolge haben drei von vier Haushalten keinen zuverlässigen Zugang zu Gesundheitsversorgung oder sauberem Wasser. Familien verfügen kaum noch über Ersparnisse, um Schocks wie ein verheerendes Erdbeben oder die plötzliche Rückkehr von über 2 Millionen Flüchtlingen aus Nachbarländern zu bewältigen.
Über 9 Millionen Menschen leiden an akuter Ernährungsunsicherheit. In dieser anhaltenden Krisensituation konnte SwissRelief im Jahr 2025 16’951 Familien mit Lebensmittelpaketen, Winterdecken und Jacken versorgen. Zusätzlich erhielten 1257 Familien nach dem Erdbeben Nothilfepakete.
Frauen und Mädchen werden immer mehr aus der Gesellschaft verdrängt. Mehr als 78 % der Frauen haben keinen Zugang mehr zu Arbeit oder Ausbildung. Umso erfreulicher war, dass unsere Kliniken weiterhin Frauen beschäftigen konnten, denn 95 % der Behandlungen betrafen Frauen und Kinder. Insgesamt wurden in den beiden Kliniken 112‘546 Patienten versorgt. Zusätzlich wurden 129’930 Besucher darin geschult, wie sie mit einfachen Mitteln gesünder leben und Krankheiten verhindern können.
Rana, eine junge Witwe, die mit ihrem geringen Einkommen aus der Wäscherei kaum überleben kann, berichtet: «Meistens haben wir keine guten Lebensmittel, deshalb werden unsere Kinder oft krank. Vor ein paar Tagen litt mein Sohn Yasin plötzlich unter Erbrechen und Durchfall. Sein Zustand verschlechterte sich rapide. Wir kamen in diese Klinik, die sofort mit der Behandlung begann. Jetzt, drei Tage später, geht es meinem Sohn viel besser. Wir sind so dankbar für diese Klinik, die uns kostenlos behandelt hat!»